A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | R | S | T | V | W | Z

A

Absorption:
Aufnahme, z.B. von Nährstoffen im Darm

Ad libitum:
Nach Belieben, zur freien Verfügung, Abk.: ad lib.

Alleinfutter:
Alleinfutter liefern alle Nährstoffe in ausreichender Menge, also auch die Rohfaser. Nach der Futtermittelverordnung werden irreleitend auch Mischfuttermittel so bezeichnet. Um eine gesunde Verdauung zu gewährleisten, sollten diese aber niemals alleine, sondern nur in Verbindung mit Raufutter gefüttert werden.

Aminosäure (AS):
Bausteine der Eiweiße. Bekannt sind 20 AS, wovon rund 10 essentiell sind (müssen mit dem Futter zugeführt werden) z.B. Lysin. Die übrigen 10 werden vom Pferde-Organismus selbst aus Nahrungsbestandteilen gebildet.

Ammoniak:
farbloses, giftiges Reizgas, das beim Harnstoffabbau freigesetzt wird. Ist u.a. durch seinen sehr stechenden Geruch gekennzeichnet. Es besitzt in höherer Konzentration eine stark ätzende Wirkung. Ammoniak greift im Stall die Hufe an und schädigt Haut und Schleimhäute. In schlecht gelüfteten Pferdeställen kommt es deshalb oft zu Lungenproblemen. In modernen Einstreuprodukten wird deshalb oft ein Ammoniakblocker (Enzyme und Bakterien, die das Ammoniak binden und umwandeln) verwendet (z.B. Alpenspan Exquisit)

Antioxydanten:
Zusatzstoffe, die freie Radikale abfangen und unschädlich machen. Somit haben sie eine Schutzfunktion für die Körperzelle. Ein natürliches Antioxidans ist z.B. Vitamin E.

Ätherische Öle:
Flüchtige, meist pflanzliche Öle mit charakteristischem, angenehmen Geruch und wohltuender Wirkung.

Aufgeschlossen:
Getreide wird behandelt (aufgeschlossen), um eine bessere Verdaulichkeit von schwer verdaulicher Stärke zu erreichen.

Azidose:
Übersäuerung (zu niedriger PH-Wert), häufig im Blind- und Grimmdarm des Pferdes, ausgelöst durch zu hohe Kraftfuttergaben.

 

B

Biotin:
Vitamin, das in mindestens 9 biotinabhängigen Enzymen benötigt wird. Viele dieser Enzyme katalysieren wichtige Schritte des Haut- und Haarstoffwechsels. Ein Biotinmangel äußert sich in Haut- und Fellirritationen sowie schlechten Hufen.

Ballaststoffe:
Ein ballaststoffreiches (rohfaserreiches) Futter ist Raufutter. Das Pferd ist dank seiner Verdauungsphysiologie in der Lage, ballaststoffreiches Futter energetisch zu verwerten. Für den Mensch sind sie unverdaulich.

Bierhefe:
Reich an B-Vitaminen und Aminosäuren. Stabilisiert die Darmflora und wirkt appetitanregend. Reguliert den Stoffwechsel.

Biologisch hochverfügbar:
bzw. biologisch wirksam bedeutet, das Nährstoffe aufgrund ihrer natürlichen Herkunft oder organischen Struktur weit besser vom Körper aufgenommen werden können als künstliche oder so genannte anorganische Verbindungen. Sie sind somit um ein Vielfaches wirksamer.

Biophile Mineralstoffe:
Biophile (wörtlich lebensfreundliche) Mineralstoffe werden aufgrund ihrer spezifischen organischen Bindungsform im Organismus besonders gut verwertet. Sie können z.B. als Aminosäuren-Chelate oder als Zuckerverbindung, als Inhaltsstoffe von Hefe, Algen oder Milchprodukten vorliegen.

Botulismus:
Futtermittelvergiftung, die durch die Aufnahme von Botulinumtoxin ausgelöst wird. Dieses Gift wird von einem Bakterium gebildet. Botulismus kann durch die Fütterung von, durch verseuchte Erde oder Kadavereinschluss, verunreinigter Silage auftreten. Nach Aufnahme der Infektion dauert es zwischen 1 bis 6 Tagen bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome. Muskelzittern, unregelmäßige Gänge und Schluckbeschwerden sind erste Anzeichen. In weiterer Folge kommt es zu Muskelschwäche und Festliegen infolge von Lähmungserscheinungen, die letztlich innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen können.

Brottrunk:
Milchsäure-Gärungsprodukt auf Getreidebasis. Grundlage ist Vollkornbrot. Gehört zur Grupper der Probiotica mit natürlicher leistunssteigernder Wirkung. Brottrunk hilft entartete Hefepilze im Darm wieder umzustimmulieren und so die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auch äußerlich wird Brottrunk gegen Pilz und Räude eingesetzt.

 

C

Carnitin (L-Carnitin):
wird aus den Aminosäuren Lysin und Methionin gebildet. Carnitin ist ein natürlicher Bestandteil der Muskulatur von Säugetieren. Dabei weisen die Herz- und Skelettmuskulatur relativ gesehen den höchsten Anteil auf. Über die Zufütterung fördert L-Carnitin die Ausdauer- bzw. Leistungsfähigkeit von Sportpferden.

Carotin (ß-Carotin):
Vorstufe des Vitamin A, daher auch die Bezeichnung "Provitamin A". Der Körper ist in der Lage, je nach Bedarf aus ß-Carotin Vitamin A herzustellen. Die Gefahr einer Überdosierung von ß-Carotin besteht nicht. Bei zu hohen Gaben von Vitamin A kann dies aber der Fall sein.

Cellulose:
Gerüstsubstanz fast aller Pflanzen (=Art von Rohfaser). Wird vom Pferd mikrobiell verdaut. Bei Störungen im Verdauungstrakt ist Cellulose unverdaulich.

Coenzym:
Substanzen, die an Enzymreaktionen beteiligt sind. Coenzyme sind allgemein fest an ein Enzym gebunden. Vorstufen der Coenzyme sind häufig Vitamine, also essentielle Nahrungsbestandteile.

Cystin:
schwefelhaltige Aminosäure, die vernetzte Strukturen in Haaren und Horn schaffen kann. Haare und Hufe bekommen so mehr Festigkeit.

 

D

DE:
Abkürzung für "digestible energy" = verdauliche Energie

Diätfuttermittel:
Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, den besonderen Ernährungsbedarf der Tiere zu decken, bei denen insbesondere Verdauungs-, Resorptions- oder Stoffwechselstörungen vorliegen oder zu erwarten sind.

 

E

Eiweiß:
besteht aus Aminosäuren. Es gibt zwei Gruppen: die eigentlichen Eiweiße (Proteine) und die Proteide. Proteine sind die Baustoffe des Körpers. Proteide sind Verbindungen von Proteinen mit nicht eiweißartigen Gruppen (z.B. Schleimstoffe)

Elektrolyte:
Mengenelemente (Natrium, Kalium, Chlor), die über den Schweiß oder bei Durchfall verloren gehen.

Endotoxine:
Giftstoffe von absterbenden Bakterien, die im Körper in das umgebende Gewebe eindringen.

Enzyme:
Enzyme sind Eiweißmoleküle, die als Katalysatoren chemische Reaktionen beschleunigen. Enzyme sind für den Stoffwechsel unverzichtbar. Für verschiedene Ausgangsstoffe (Substrate) und verschiedene chemische Reaktionen gibt es verschiedene Enzyme.

Erdefressen:
Fressen und Lecken von Erde wird als Zeichen für Nährstoffdefizit oder Langeweile interpretiert.

Erhaltungsbedarf:
liegt höher als der Grundumsatz; hängt im Wesentlichen von der Wärmeabgabe des Organismus ab, welcher wiederum von der Körperoberfläche abhängt: je größer die Körperoberfläche, desto höher die Wärmeverluste.

Erhaltungsstoffwechsel:
Stoffwechsel, der nicht zur Zunahme der Biomasse führt, aber Energie benötigt, die ausschließlich zur Lebenserhaltung nötig ist.

Essentiell:
= unabdingbar. Übertragen bedeutet essentiel, auch "nicht kopierbar" oder "nicht herstellbar".

Essentielle Aminosäuren:
Da der Körper diese nicht selber bilden kann, müssen diese mit der Nahrung zugeführt werden. Dazu gehören Lysin, Methionin, Threonin, Leucin, Isoleucin, Valin, Phenylalanin.

 

F

Ferment:
frühere Bezeichnung für das Wort Enzym.

Fermentation:
Chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzyme (Gärung).

Fermentgetreide:
Milchsäure-Gärungsprodukt auf Getreidebasis. Die Fütterung von Fermentgetreide hilft das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herzustellen, wirkt entgiftend, unterstützt die körpereigene Vitaminsynthese und fördert die Futterverwertung. Es ist reich an Mineralien, Spurenelementen und essentiellen Aminosäuren.

Folsäure:
Die Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Vitamin B-Gruppe; sehr wichtig bei der Zellteilung und der Neubildung von Zellen. Zusammen mit Vitamin B12 ist Folsäure essentiell für die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie für die Produktion von Blutplättchen, die für die Blutgerinnung und damit für den "Wundverschluss" notwendig sind. Folsäure ist außerdem sehr wichtig für die Synthese von Nukleinsäuren, welche die Basisinformationen der Erbanlagen (DNS) erhalten. Aus diesem Grund ist Folsäure für die Entwicklung des Embryos in der Trächtigkeit von Bedeutung.

Freie Radikale:
aggressive Moleküle, die Zellbestandteile angreifen. Sie entstehen ständig in den Mitochondrien während der Energieerzeugung. So auch während der Knorpelabreibung in den Gelenken. Sie werden innerhalb des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitserregern eingesetzt und sind in angemessener Anzahl notwendig. Bei einer zu hohen Anzahl können freie Radikale jedoch die körpereigenen Zellen schädigen. Unschädlich gemacht werden die freien Radikale durch die so genannten Antioxidantien.

Fütterungssequenz:
Reihenfolge der Futtermittelgabe pro Mahlzeit. Sie richtet sich nach der Rationszusammensetzung. Sinnvoll ist es, vor jeder Kraftfuttergabe das Raufutter zu füttern, um stabile Milieubedingungen sicherzustellen.

 

G

Glucosamin:
Glucosamine gehören zu den sog. Glykosaminoglykanen.

Glykosaminoglykane (GAG):
Extrakt aus der grünlippigen neuseeländischen Muschel. GAG sind besondere Eiweiß-Zuckerverbindungen des Bindegewebes. Sie sorgen dafür, dass Stöße und Belastungsdruck im Gelenkknorpel und in den Zwischen-Wirbelscheiben elastisch abgedämpft werden. Außerdem sind sie für die Schmiereigenschaften der Gelenkflüssigkeit verantwortlich. Sie gewährleisten damit sowohl die freie Beweglichkeit als auch die Stabilität der Gelenke und der Wirbelsäule.

Grascobs:
Bestehen aus warmluftgetrocknetem Gras. Sie sind eiweißreicher als Wiesencobs (mindestens 13%) und sind damit für Pferde mit höherem Eiweißbedarf, wie zum Beispiel hochtragende und laktierende Stuten geeignet. Der Durchmesser der Grascobs variiert von 8-18 mm.

Gravidität:
Trächtigkeit der Stute.

Grundumsatz:
entspricht dem Energiebedarf eines Lebewesens, der in völliger Ruhe, in thermoneutraler Umgebung und bei leerem Magen-Darmtrakt bestimmt wird.

Grünlippenmuschelextrakt:
Muschelextrakt mit höchster biologischer Aktivität von Muscheln, die direkt vor der Geschlechtsreife geerntet wurden. Enthält Glykosaminoglykane (GAG)

Grünmehlpellets:
Um die Trocknung zu beschleunigen, wird Gras fein gemahlen und zu Pellets gepresst. Die Struktur geht verloren, die Verdaulichkeit der Rohfaser sinkt auf die Hälfte und die Fresszeit ist wesentlich kürzer als bei Pre Alpin Wiesencobs. Grünmehlpellets können nicht als Grundfutter angesehen werden.

 

H

Heucobs:
siehe Wiesencobs

Histamin:
Sind biogene Amine (niedermolekulare organische Basen) die im Stoffwechsel von Pflanzen, durch Mikroorganismen oder Enzyme aus der Aminosäure Histidin leicht gebildet werden können, d.h. überall, wo Verderb stattfindet oder Mikroorganismen leben, kann Histamin gebildet werden. (z.B. Silage, verschimmeltes Heu, angegorenes Getreide, faules Obst). Bei Pferden, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Histamin aufweisen, können bereits geringe Mengen allergische Reaktionen auslösen.

Histidin:
Aminosäure; wichtig für das Blut und Immunsystem.

Hormone:
Hormone sind körpereigene Informationsvermittler, die in Drüsen bestimmter Organsysteme gebildet und anschließend ins Blut abgegeben werden. Dann gelangen sie zu Zellen mit bestimmten "Andockstellen" (Rezeptoren), wo ihre Nachricht gelesen werden kann. Sie sorgen für den Ablauf von Stoffwechsel, Entwicklungsvorgängen und Verhalten.

Hydrothermisch behandelt:
Die hydrothermische Behandlung des Getreides steigert die Futterqualität durch verbesserte Verdaulichkeit der Getreidestärke, erhöhte Schmackhaftigkeit und Reduzierung von Keimen, Schadstoffen und Bakterien. Exdrudieren / Expandieren bzw. Poppen / Puffen sind Methoden der Hitzebehandlung von Getreide durch Druck, Reibung und teilweise Wasserdampf. Siehe Aufgeschlossenes Getreide.

Hyperlipidämie:
Störung des Fettstoffwechsels (z.B. beim rapiden Abnehmen zur Gewichtsreduktion) aufgrund Erhöhung der Fettkonzentration im Blut.

 

I

I.E.:
Internationale Einheit: eine internationale einheitliche festgesetzte Menge der Gewichtseinheit einer bestimmten Substanz (z.B. Vitamin, Antibiotikum, Hormon, Arzneimittel), die nach Aufnahme bei international gültiger Definition oder Bedingung (z.B. Temperatur) in einem Test eine genau definierte Wirkung hat.
Zum Beispiel:
Vitamin A: 1 IE = 0,3 Mikrogramm (1 mcg = 3,33 I.E.)
Vitamin E: 1 IE = (d-alpha-Tocopherol) = 0,67 mg (1 mg = 1,49 I.E.)
Vitamin D: 1 IE = 0,025 Mikrogramm (1 mcg = 40 I.E.)

Immunität:
Körpereigenes Abwehrsystem gegen Infektion durch Bakterien, Viren und krankmachende Stoffwechselprodukte. Geschwächt wird die Immunität durch nicht zu verhindernde Umwelteinflüsse, starke körperliche Belastung und Überforderung, mangelhafte Stallhygiene und schlechtes Stallklima (Ammoniak / Staub), zu stärke- und eiweißhaltige Fütterung und ungenügende Versorgung mit Mineral- und Vitalstoffen, Parasitenbefall, Transportstress, Arzneimittel wie Antibiotika oder Cortison und Impfung in Stresssituationen sowie hohem Infektionsdruck zum beispiel auf Turnieren.

Inappetenz:
Appetitlosigkeit, meist durch Erkrankung, unhygienisches Futter, hohe Leistungsanforderung, psychische Belastung (z.B. neuer Stall) oder Zinkmangel.

Indikation:
Anlass einer medizinischen Maßnahme

Inkubation:
Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Krankheit

Intermidärstoffwechsel:
Stoffwechselabläufe innerhalb des Körpers (z.B. Auf- und Abbau von Aminosäuren)

Inulin:
Kohlenhydrat auf Fructose-Basis, das in verschiedenen Pflanzen als Speicherkohlenhydrat dient: Die Pflanze Topinambur besitzt einen sehr hohen Gehalt (prebiotisch).

 

J

Jojobaöl:
Das Jojobaöl wird aus der Nuss eines bis zu drei Meter hohen Busches gepresst, der in der Wüstengegenden der USA und Mexiko wächst. Indianer und Azteken gebrauchten Jojobaöl als Allroundheilmittel. Bei uns wird es vor allem in der Haut- und Haarpflege eingesetzt.

 

K

Kleie:
Fällt bei der Mehlherstellung an. Kleie enthält vor allem die äußeren Schichten des Getreidekorns. Der Rohfasergehalt liegt bei 10-15 %. Vor allem Weizenkleie wird gerne gefressen. Sie wirkt leicht abführend. Keine zu große Menge (>500 gr.) verfüttern: Gefahr der Verkleisterung im Magen (Kolik!). Kleie nicht in zu großen Mengen bevorraten, da sie leicht Feuchtigkeit annimmt und dann verdirbt.

Knoblauch:
bewährte Futterbeigabe zur Unterstützung des gesamten Stoffwechsels der Pferde. Speziell in der warmen Jahreszeit gibt es den Pferden einen guten Schutz gegen lästige Insekten. Das Pferd transportiert die Aromastoffe mit dem Schweiß an die Oberfläche und schaft ein für Insekten unattraktives Klima.

Kohlenhydrate:
Wichtigste energieliefernde Stoffe für das Tier. Der Hauptanteil der Kohlenhydrate besteht aus Mehrfachzuckern, Stärke und Cellulose.

Kolostrum:
Erste Milch der Stute (Biestmilch): Es enthält die Antikörper, die von hoher Bedeutung für die Abwehrkräfte des Fohlens sind. Das Kolostrum ist nur innerhalb der ersten 24-36 Stunden nach der Geburt wirksam. Innerhalb dieser Zeit kann eine Aufnahme durch die noch "offene" Darmwand des Fohlens stattfinden.

Kotfressen:
Beim Fohlen ist dies in den ersten Lebenswochen ein natürlicher Vorgang zum Aufbau der Darmflora mit Keimen. Beim ausgewachsenen Pferd liegt die Ursache meist in einer Rohfaser- oder Vitamin- und Mineralunterversorgung.

Krippenfutter:
auch Kraftfutter genannt. Sammelbegriff für alle konzentrierten Futtermittel (Getreidekörner, Mischfutter)

 

L

Laktation:
Zeitraum, in dem die Stute Milch produziert (Säugezeit)

Lecitin:
Emulgator, der die Leberfunktion sowie die Aufnahme und Verwertung von Ölen und Fetten aus dem Futter unterstützt.

Leinsamen:
hat verdauungsfördernde Eigenschaften und wirkt sich positiv auf die Darmtätigkeit aus; dazu trägt der hohe Fettgehalt von 33 % bei. Der hohe Anteil an Schleimstoffen überzieht die Magen- und Darmschleimhaut mit einem schützenden Film. Schwefelhaltige Aminosäuren wirken sich positiv auf Huf und Haarkleid aus. Leinsamen enthält außerdem einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und Eiweiß. Die im Leinsmen enthaltene Blausäure wird durch Kochen unschädlich gemacht. Goldgelber Leinsamen muss hingegen nicht gekocht werden, da er keine bedeutende Menge an Blausäure enthält.

Leistungsbedarf:
Enthält über den Erhaltungsbedarf hinaus jene Nährstoffmengen, die für Aufbau und Vermehrung von Körpersubstanz (Muskulatur und Wachstum), die Produktion von Milch, die Entwicklung des ungeborenen Fohlens oder für die Arbeit notwendig sind.

Lignin:
Gerüstsubstanz, die neben der Cellulose und weiteren Bestandteilen im Stroh enthalten ist. Es bewirkt dort die zusätzliche Versteifung der Fasern.

Linolsäure:
Wichtige "Ungesättigte Fettsäure" (in Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Weizenkeimöl, Distelöl)

Linolensäure:
Wichtige "Ungesättigte Fettsäure" (in Leinöl und Fettfischen)

Luzerne:
Luzerne zählt zu den kleeartigen Gewächsen (Leguminosen) und besitzt einen recht hohen Eiweißgehalt und viel Calcium. Luzerne sollte im Hinblick auf ein ausgeglichenes Nährstoffangebot und Verträglichkeit in Kombination mit eiweißarmen und rohfaserreichen Futtermitteln gefüttert werden.

Lysin:
Essentielle Aminosäure. Lysin ist bedeutendster Eiweißbaustein und Bestandteil von vielen Enzymen. Es ist praktisch in allen Geweben im tierischen Organismus enthalten, hat aber besondere Bedeutung bei der Bildung kollagener Gewebe. Als bestandteil von Nucleotiden im Zellkern regt es die Zellteilung und damit die Neubildung und das Wachstum an.

 

M

Mash:
Kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Futterbrei. Gehört zu den Diätfuttermitteln, Mash wirkt appetit- und verdauungsanregend, entschlackt den Verdauungstrakt und verbessert so die Stoffwechselfunktion. Ein klassischer Mash ist ein Gemsich aus gekochtem Leinsamen, Kleie, Hafer und Salz. Mit heißem Wasser übergossen, sollte es nach kurzem Quellen (ca. 15 min.) lauwarm an das Pferd verfüttert werden. In der Regel wird ein Mash 1-3 x pro Woche verabreicht.

Melasse:
abgeleitet von "Mel" (lateinisch) für Honig. Es bezeichnet den honigartigen dunkelbraunen Sirup, welcher als Nebenprodukt der Zuckerproduktion anfällt. Melasse enthält noch etwa 50 % Zucker, der aber nicht mehr kristallisiert werden kann. Neben dem hohen Zuckergehalt enthält die Melasse auch Vitamine und Mineralstoffe.

Mengenelemente:
Teilgruppe der Mineralstoffe. Zu den für das Pferd lebensnotwendigen Mengenelementen zählen Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlor und Schwefel.

Metabolismus:
Stoffwechsel

Mikroorganismen:
Kleinstlebewesen wie z.B. Pilze und Bakterien

Milchaustauscher:
Wasserlösliches Trockenpräparat zur Versorgung von mutterlosen Saugfohlen oder bei zu geringer Milchleistung der Mutterstute.

Milchsäure:
Entsteht bei der Glycolyse sowie durch Milchsäurebakterien. Entsteht sowohl bei der Konservierung (Silage) als auch im Körper u.a. als toxische Gewebemilchsäure (Muskelkater) oder in der Darmflora. Die zwei Arten der Milchsäure sind die D (-) und L (+)-Milchsäure. Sie kann auch probiotisch wirken und dem Körper z.B. durch Fermentgetreide / Brottrunk zugeführt werden.

Milchsäurebakterien:
Mikroorganismen, die u.a. antibakterielle Substanzen bilden, die antibiotisch auf Krankheitskeime wie Colibakterien oder Clostridien wirken. Bei zu hohem pH-Wert (zu basisch) kann die Fütterung von Milchsäurebakterien eine Kolonisierung krankmachender Bakterien verhindern.

Mineralstoffe:
Lebensnotwendige nicht-organische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann. Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden (Mineralfutter). Man unterscheidet Mengenelemente und Spurenelemente.

Mischfutter:
Kann ein Alleinfutter (einschließlich Rohfaseranteil) oder Ergänzungsfutter sein. Ist aus verschiedenen einzelnen Komponenten zusammmengemischt.

Monogastrier:
Tier mit einhöhligem Magen (Pferd, Schwein, Hund); im Gegensatz dazu haben Wiederkäuer (z.B. Schaf, Rind) einen mehrteiligen Magen.

Mutterkorn:
Auf Gräsern, insbesondere Roggen, anzutreffender parasitärer Pilz. Giftig! Der Pilz tritt vermehrt in feuchten Jahren auf. Durch den Einsatz von Fungiziden ist die Verbreitung des Mutterkorns stark zurückgegangen. Wird in Arzneien verwendet.

 

N

Nutritiv:
Ernährungsbedingt

 

O

Omega-3-Fettsäure:
Als Omega-3-Fettsäuren werden eine bestimmte Sorte Fettsäuren bezeichnet. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind essentiell. Sie haben eine günstige Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und sind ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen. Als Linolensäure sind sie z.B. in Lein- und Sojaöl enthalten.

Öle (pflanzlich):
Pflanzliche Öle sind sehr energiereich, enthalten aber nahezu kein Eiweiß. Öle haben eine positive Wirkung auf den Magen-Darmtrakt. Sie erleichtern den Fellwechsel und ihr Gehalt an lebensnotwendigen Fettsäuren ist hoch. Zudem wirkt Öl staubbindend, was bei Allergikern vorteilhaft ist.

Organisch gebundene Spurenelemente:
Besitzen hohe Bio-Verfügbarkeit, d.h. die Spurenelemente gelangen problemlos vom Darm ins Blut und stehen dem Organismus zur Verfügung.

 

P

Pektin:
Pektin ist der Oberbegriff für eine Gruppe von löslichen Ballaststoffen bzw. Rohfasern (z.B. aus Äpfeln, Karotten). Sie übernehmen zusammen mit Zellulose wichtige Stützfunktionen der Pflanzen. Pektine besitzen eine gewisse gesundheitsfördernde Wirkung und finden wegen ihres Geliervermögens in der Lebensmittelindustrie Verwendung.

Pepsin:
Enzym zur Spaltung von Proteinen

Photosensibilisierung:
Herabsetzung der Lichtreizschwelle der Haut. Bei Vorliegen einer Photosensibilität treten Erkrankungen (Rötung, Schwellung, Bläschenbildung) an unpigmentierten Hautbezirken bereits nach normalerweise unschädlichen Strahlendosen auf. Auslöser sind z.B. Stoffe aus Johanniskraut, Buchweizen, Lupinen, Rotklee, verschiedene Kohlarten aber auch Medikamente.

ph-Wert:
Maß für den Säuregrad einer Lösung auf einer Skala von 0-14. Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7, ist also neutral. Saure Lösungen haben einen pH-Wert unter 7; basische von über 7. Bedeutsam in chemischen / biochemischen Reaktionen.

Prebiotische Stoffe:
dienen dazu, die erwünschten probiotischen Bakterienkulturen im Darm zu ernähren. Sie steigern die Anzahl dieser Kulturen im Darm und führen damit zu einer Hemmung der unerwünschten Bakterien. Die veränderte Zusammensetzung der Darmflora stärkt das Immunsystem und kann möglicherweise auch das Risiko der Entstehung von Krebs senken.

Prävention:
Vorbeugende (krankheitsverhütende) Maßnahme

Presshilfmittel:
Presshilfsmittel dienen der Erleichterung des Pressvorganges aus zerkleinertem Futter (z.B. Pellets)

Probiotische Stoffe:
Nahrungsmittel, die speziell gezüchtete Bakterienkulturen enthalten. Sie sind resistent gegen Magensäure und gelangen im Gegensatz zu herkömmlichen Kulturen in den unteren Darm. Dort fördern sie die Verdauung, regen das Immunsystem an und regulieren die Darmflora, indem sie vor unerwünschten Keimen schützen.

Prophylaxe:
Vorbeugung (z.B. von Krankheiten)

Protein:
Eiweiß

 

R

Raufutter:
Rohfaserreiche Futtermittel wie z.B. Grünfutter und Silage, Heu, Stroh, Pre Alpin Wiesencobs, die zur Unterstützung der Verdauung sowie zur Kaubeschäftigung dienen. Bei Pferden als Grundfutter mit dem Hauptteil an der Ration unverzichtbar.

Rekonvaleszenz:
Zeitraum der Genesung

Resorption:
Aufnahme von Stoffen durch die Schleimhaut, z.B. Nährstoffe (oder Arzneimittel) über Magen- und Darmschleimhaut. In einigen Fällen kann es auch zur Resorption von Stoffen über die Luft oder Haut kommen, beispielsweise bei Kontaktgiften.

Rohfaser (Rfr):
Der in Säuren und Laugen unlösliche fett-, stickstoff- und aschefreie Rückstand einer Substanz. Sammelbegriff für verschiedene chemische Verbindungen wie z.B. Cellulose (aus Heu), Lignin (Holzfaser) und Pektine (Rohfaser aus Karotten und Äpfeln); diese variieren sowohl in der Zusammensetzung als auch in der Verdaulichkeit. Rohfaserrreiche Futtermittel optimieren die Verdauung der gesamten Ration, erhöhen das Volumen der Futterration und die Kauzeit.

Rohfett (Rft):
Sind alle in Äther löslichen Substanzen im Futtermittel. Fette, Lipoide, Wachse, Fettsäuren und fettlösliche Vitamine.

Rohasche (Ra):
Mengen- und Spurenelemente, sowie unlösliche Stoffe wie Sand und Ton.

Rohprotein (Rp):
Summe aus Reineiweiß und N-haltigen Substanzen nicht-eiweißartiger Natur (z.B. Aminosäuren). Der Gehalt an Rp wird durch Bestimmung des Stickstoffs (N) ermittelt und dann mit dem Faktor 6,25 multipliziert (N x 6,25 =Rp)

Rote Bete:
Die essbaren Stiele und Blätter der Roten Bete sind reich an ß-Carotin. Die Knolle enthält eine größere Menge an Calcium, Eisen, Kalium, Vitamin C und Folsäure.

 

S

Saftfutter:
Mohrrüben, Obst und Gartengemüse; nicht angefaultes, gewaschenes Saftfutter ist ein schmackhaftes, vitaminreiches Beifutter. Bei zu hohen Gaben bestehen wegen des geringen Rohfasergehaltes Durchfallgefahr und andere Verdauungsbeschwerden.

Salzleckstein:
Die oft mangelnde Versorgung mit Natrium kann mit der Gabe von Viehsalz (NaCI) z.B. in Form von Lecksteinen sichergestellt werden. Pferde nehmen Salz nach Bedarf auf. Im Kochsalz sorgen Natrium und Chlor (NaCI) für den Flüssigkeitshaushalt des Pferdes. Eine Besonderheit stellen Himalaya-Salzlecksteine dar. Diese enthalten neben NaCI zahlreiche Mineralien und Spurenelemente.

Schwarzkümmelöl:
wird schon seit dem Altertum wegen der erfrischenden Würze und den wohltuenden Eigenschaften vielerorts geschätzt. Sogar Mohammed sagte schon:"Schwarzkümmel heilt jede Krankheit außer den Tod". Es wird als sanftes Mittel zur Harmonisierung des Immunsystems und zur Milderung von allergischen Reaktionen eingesetzt.

Sekundäre Pflanzenstoffe:
Dazu gehören mehr als 30.000 verschiedene Substanzen, die von Pflanzen gebildet werden und als Schutz- oder Abwehrstoffe gegen Schädlinge, als Farb-, Duft- oder Lockstoffe und als pflanzeneigene Hormone dienen. Auch im Pferdeorganismus üben diese Stoffe eine Vielzahl von Schutzfunktionen aus. Sie können z.B. das Immunsystem stärken, den Körper vor freien Radikalen schützen, Krankheitserreger abtöten und vieles mehr.

Spurenelemente:
Teilgruppe der Mineralstoffe; die für das Pferd wichtigsten Spurenelemente sind Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, Selen und Jod.

Stoffwechsel:
Grundlage aller Lebensvorgänge und Gesamtheit chemischer Prozesse im Organismus, die Nahrungsstoffe und körpereigene Depotstoffe umwandeln (Baustoffwechsel, Energiestoffwechsel).

 

T

Toxizität:
Giftigkeit

Topinambur:
Die Topinambur ist eine Sonnenblumenart, die keine großen Blütenscheiben, dafür aber unter der Erde ein Gelege von Knollen in der Art von Kartoffeln ausbildet. Die gesamte Pflanze enthält zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine und andere gesundheitsfördernde Wirkstoffe.

 

V

Verdaulichkeit:
Differenz zwischen der Menge eines Nährstoffes im Futter und der mit dem Kot ausgeschiedenen Nährstoffmenge. Die "tatsächlich" im Pferd verbleibende Menge.

Verdauliche Energie:
Energie im Futter minus Energie im Kot; Abkürzung: DE; Maßeinheit: Megajoule (MJ)

Verdauliches Rohprotein:
Rohprotein im Futter minus Rohprotein im Kot; Abkürzung: DP; Maßeinheit: Gramm (gr)

Viren:
Kleine Partikel aus Protein und Nukleinsäure, die nicht aus Zellen bestehen und deshalb auch keine Lebewesen sind. Sie besitzen jedoch einige Eigenschaften lebender Zellen: Sie benutzen Wirtszellen, um sich zu vermehren.

Vitamine:
aus lat. vita (Leben) und Amin (stickstoffhaltig); sind organische Verbindungen, die vom Organismus für lebenswichtige Funktionen benötigt werden, wovon aber nur wenige vom Stoffwechsel synthetisiert werden können. Sie müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Einige Vitamine werden dem Körper als Vorstufen (Provitamine) zugeführt, die dann erst im Körper in die Wirkform umgewandelt werden. Man unterteilt in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine.

 

W

Wasser:
Ein nicht zu vernachlässigendes Futtermittel ist das Wasser. Es sollte dem Pferd immer in einwandfreier Beschaffenheit zur freien Aufnahme verfügbar sein. Leitungswasser ist optimal. Regenwasser sollte frei von Fremdstoffen und Fäulniserregern sein. Wasser aus Fließgewässern und stehenden Gewässern ist nur nach einer vorherigen positiven Wasseranalyse geeignet.

Wiesencobs (Pre Alpin):
Produkt aus über 60 hochwertigen Kräutern und Gräsern, die zum optimalen Reifezeitpunkt geerntet und in einer modernen Warmluftanlage getrocknet werden. Anschließend wird das Trockengut unter Beibehaltung der pferdegerechten Raufutterstruktur gepresst. Im Gegensatz zu Grünmehlpellets bleibt die Struktur der Fasern erhalten. Wiesencobs sind ein idealer Heuersatz; sie sind arm an Staub und Pilzsporen, jedoch reich an natürlichen Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und ß-Carotin.

 

Z

Zuckerrübenschnitzel:
Abfallprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben. Sie sind energie- und kalziumreich, jedoch eiweiß- und phosphorarm. Vor dem Füttern die trockenen Schnitzel mit mindestens vier Teilen Wasser länger als 4 Stunden quellen lassen bis sie ausreichend aufgequollen sind. Ansonsten Gefahr der Schlundverstopfung, Kolik oder Magenriss.